Gifhorn. „Die Lebenshilfe Gifhorn blickt auf mehr als ein halbes Jahrhundert „Lebenshilfe-Arbeit“ im Landkreis Gifhorn zurück. Zum heutigen Welt-Autismus-Tag möchte die Lebenshilfe auf das Krankheitsbild aufmerksam machen. Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, der komplexe Störungen des Nervensystems zugrunde liegen und die bereits im Kindesalter beginnt. Die meisten Betroffenen haben besondere Herausforderungen mit sozialen Kontakten sowie mit der Kommunikation und Sprache“, so Dr. Tanja Heitling, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Gifhorn. Die Lebenshilfe Gifhorn ist mit ihren pädagogischen Fachkräften ganz nah an den Themen dran und reagiert auch auf Veränderungen. Im Heilpädagogischen Kindergarten Regenbogen hat in diesem Jahr z.B. das Projekt „Kommunikations-Pioniere“ gestartet. Mit 7 Kindern und 3 Erwachsenen verfolgt die Käfer-Gruppe, mit unterschiedlichen Förderbedarf - sprechend oder nicht-sprechend - den Ansatz: Jeder hat etwas zu sagen!  Daher bieten die Kommunikations-Pioniere individuelle Möglichkeiten und Unterstützung der Kommunikation und Teilhabe an. Hierbei wird der TEACCH-Ansatz zur Förderung von Menschen mit Autismus angewandt. Routine im Alltag schaffen, soll bei diesem Ansatz der Kommunikation Sicherheit geben! Dafür werden unterschiedliche Kommunikationshilfsmittel wie Fotos, Bildkarten oder Bücher und technische Hilfsmittel, wie Tablets oder Talker genutzt. Ein weiterer wichtiger Ansatz mit einem Blick in die Zukunft, ist auch die Zusammenarbeit mit den Neudenkerklassen der Schule der Zukunft. Der Schwerpunkt der „Neudenker-Klassen“ liegt ebenfalls auf der Förderung der Kommunikation bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Symptomen. Daher werden die Neudenker aktuell zu Kommunikationsprofis ausgebildet. Zum Schuljahr 2022/2023 startet die Schule der Zukunft mit dem Projekt „Pyramid zertifiziertes Klassenzimmer“. Nach erfolgreichem Abschluss wird die Schule der Zukunft als erste Schule im norddeutschen Raum diese Zertifizierung erhalten. Für dieses Projekt konnte die Schule der Zukunft Frau Sibylle Bajorat von Pyramid Educational Consultants Deutschland gewinnen. Sie wird für die Mitarbeitenden der Schule der Zukunft Fortbildungen durchführen und die Neudenker-Klasse ein Jahr regelmäßig besuchen, um das Umsetzen und die Entwicklung zu beobachten und zu unterstützen. Eine absolute Bereicherung in diesem Projekt ist es, dass auch die Eltern der Schüler*innen mit einbezogen werden. Hierbei wird den Eltern das Projekt nicht nur vorgestellt, sondern sie werden selbst an den Fortbildungen teilnehmen, damit das Konzept nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause gelebt werden kann. Mit dem Pyramid Ansatz wird Schritt für Schritt eine effektive Lernumgebung für Menschen jeden Alters mit Kommunikations- und Lernschwierigkeiten entwickelt. Schüler*innen, die noch kein robustes Kommunikationsmedium nutzen, wird hier z.B. das Picture Exchange Communication System (PECS®) angeboten. PECS® ist ein Ansatz, Kommunikationsfähigkeiten mit Hilfe von Bildkarten zur visuellen Unterstützung anzubahnen. Es ist ein funktionales Kommunikationssystem, das Menschen ohne Lautsprache hilft Kommunikations- und Sozialkompetenzen zu entwickeln. Dieses Kommunikationssystem lässt sich überall im Umfeld des betroffenen Menschen anwenden. Zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, beim Arzt, etc… Kommunikationspartner können Bedürfnisse eindeutig erkennen und verstehen. Durch diese Unterstützung wird Menschen mit Beeinträchtigung in der Kommunikation und der Sprache ermöglicht selbstbestimmt Bedürfnisse zu äußern, sie erfahren Selbstwirksamkeit und bedeutend mehr Teilhabe am sozialen Leben. Damit nähern wir uns der Selbstbestimmung und Freiheit an und bauen eine Brücke für ein selbstbestimmtes Leben. Zusätzlich werden die Kommunikations- und Lernprozesse unterstützt mit u.a. digitalen Tafeln und Tablets für die Schüler*innen.

Um dieses und viele weitere tolle Projekte zu organisieren und voranzutreiben ist die Lebenshilfe Gifhorn auf Unterstützung angewiesen. Die Lebenshilfe sucht neben neuen Mitarbeitenden auch ehrenamtlich Engagierte in den unterschiedlichsten Bereichen. Auch der Zuwachs an neuen Mitgliedern im Lebenshilfe Verein stärkt die Rolle der Lebenshilfe Gifhorn in vielen gesellschaftspolitischen Bereichen und unterstützt diese wichtige gemeinnützige Arbeit. „Ein Dank geht an dieser Stelle an alle Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Mitglieder für ihr Engagement und auch an den Vorstand der Lebenshilfe Gifhorn, der die vielen Projekte mit unterstützt und immer die Wünsche und Lebensqualität aller Menschen in und mit der Lebenshilfe als Ausgangspunkt aller Entscheidungen berücksichtigt – Gemeinsam gehen wir den Weg für ein selbstbestimmtes Leben“, so Frau Dr. Heitling weiter.

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